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AKH Celle: Niemand will das neue Parkhaus bauen

 

 

CZ – 2. Juni 2018 | Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Celle möchte auf seinem Gelände ein Parkhaus errichten. Doch bislang hat sich keine einzige Baufirma auf die Ausschreibung beworben. Die Klinikleitung lässt sich davon nicht beirren.

CELLE. „Sehr gefreut“ haben sich die Celler Liberalen, als das AKH im Dezember vergangenen Jahres angekündigt hat, auf dem Gelände am Siemensplatz ein Parkhaus mit zusätzlich 200 Stellplätzen zu bauen. Wie andere Parteien auch hatte die FDP wiederholt auf die untragbare Parksituation rund um die Klinik, unter der die Anwohner leiden, hingewiesen.

Doch schon im Dezember kam es dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Joachim Falkenhagen sehr ambitioniert vor, dass die Celler Klinik den Bau Anfang 2019 fertig gestellt haben wollte. Diese Befürchtungen werden nun bestätigt. Bei dem Vorhaben gibt es unerwartete Schwierigkeiten.

„Die Planungen für den Neubau des Parkhauses am AKH Celle verzögern sich um einige Monate. Voraussichtlich werden diese zum Ende des Jahres wieder aufgenommen“, erklärt AKH-Pressesprecherin Sigrid Jürgensmann. Hintergrund sei die bisher erfolglose öffentliche nationale Ausschreibung. „Obwohl die Konzepterstellung durch Fachexperten und -firmen begleitet wurde, haben nur wenige Firmen die Unterlagen abgefordert und danach kein Angebot abgegeben“, gibt Jürgensmann den ernüchternden Zwischenstand wieder.

Die AKH-Sprecherin vermutet als Gründe dafür „die konjunkturelle Lage sowie die Komplexität des Neubaus. Zum einen ist die Baubranche derzeit hoch ausgelastet. Zum anderen ist der Bau eines solchen Vorhabens aufgrund der Herausforderungen – beschränktes Baufeld in unmittelbarer Verbindung zum Krankenhaus – nicht gerade einfach“.

Die Sorge von Falkenhagen, „dass es wie 2015 bei der Ankündigung bleibt“, möchte man am AKH zerstreuen. Die Klinik halte an dem Projekt fest. Das bekräftigt AKH-Vorstand Martin Windmann: „Das Bauvorhaben ist derzeit nicht aufgehoben, sondern nur die Planungen bis zum Ende des Jahres zurückgestellt, bis sich die Lage in der Baubranche entspannt hat. Wir werden dann entscheiden, ob wir erneut in ein Ausschreibungsverfahren eintreten. Ein früherer Zeitpunkt macht derzeit keinen Sinn.“

Eine Baugenehmigung liege allerdings noch nicht vor, wie Jürgensmann mitteilt. „Der Bauantrag wird erst dann durch uns eingereicht, wenn es einen Generalunternehmer gibt. Eine Baugenehmigung kann also noch nicht vorliegen“, sagt die AKH-Sprecherin, die Falkenhagen an anderer Stelle einen kleinen Fortschritt präsentieren kann.

Angesichts des großen öffentliches Interesses an dem Vorhaben hatte Falkenhagen bereits im Januar beantragt, dass das AKH die Pläne im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen vorstellt. Dazu soll es jetzt kommen. „Die Präsentation im Ausschuss findet am 14. Juni statt, also unabhängig von der Tatsache, dass sich die Planungen zeitlich verschieben“, kündigt Jürgensmann an.

Gunther Meinrenken

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