22.01.12 – Riggers (Hermannsburg) zur Schulreform

Der frühere Vorsitzende der FDP Fraktion im Kreistag, Edmund Riggers, 
dem eine besondere politische Nähe zu dem Celler FDP Fraktionsvorsitzenden Joachim Falkenhagen nachgesagt wird, nimmt zu der aktuellen Diskussion um die Schulstrukturreform in der Stadt Celle wie folgt Stellung:

 

 

1.
Wir haben im Kreistag der Einführung der Oberschulen zugestimmt, weil wir den Schülern eine leistungsfähigere Schule, die Bildung mit Qualität vermitteln kann, erhalten wollen.

2.
Wir haben die Einführung einer integrierten Gesamtschule abgelehnt, nicht weil wir sie als schlechtere Schule bewerten, sondern weil wir Sorge vor den Auswirkungen auf das System der Gymnasien in Celle haben.
Aus meiner Sicht werden die Wirkungen sowohl der demographischen Entwicklung wie auch der Einführung der Gesamtschule in Celle zwei Gymnasien vernichten. Bereits die Einführung der Oberschulen mit gymnasialen Zweig wird die Vielfalt des inhaltlichen Bildungangebots reduzieren.

3.
Die Celler Gymnasien haben bisher eine sehr gute Bildungsarbeit geleistet. Diese muss erhalten bleiben.
Die Aufnahme der Schüler aus den Oberschulen mit gymnasialen Oberstufen durch das Gymnasium Ernestinum stellt für diese Schule bereits eine hohe Herausforderung dar, soll das humanistische Gymnasium erhalten bleiben.

Vor der Wahl wurde auch seitens der CDU der Erhalt dieser Schule als ein Ziel dargestellt. 
Jetzt, kurz nach der Wahl; hat die CDU offenbar eine neue Sicht der Dinge.
Deswegen ist es verständlich, dass sich Eltern, Schüler und die Lehrerschaft der Gymnasien Hölty und Ernestinum getäuscht fühlen.

4.
Die Bildungsarbeit einer Gesamtschule kann ebenfalls positiv sein. Es ist allerdings nicht garantiert, dass sie positiv sein wird. Bildungsarbeit hängt stets nicht von der Struktur sondern von den handelnden Personen ab.

5.
Die seit Jahren andauernde Diskussion um die Struktur unseres Bildungssystems muss endlich beendet werden. Sie verunsichert Eltern und Lehrkräfte und nimmt ihnen Kraft, die sie sinnvoller in die Qualität ihrer Bildungsarbeit einsetzen könnten.