Jörg Bode / CZ: Lkw-Lawine rollt zum Wathlinger Kaliberg

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Die Cellesche-Zeitung berichtete am 29.01.2016:

Die FDP will die Begrünung des Wathlinger Kalibergs stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Der Landtagsabgeordnete Jörg Bode hat das gigantische Vorhaben im Landtag thematisiert. Vor Ort wollen die Liberalen die Bevölkerung für die enorme Belastung sensibilisieren.

Jšrg Bode, Wirtschaftsminister, FDP, Niedersachsen, InterviewWATHLINGEN. 24 Jahre lang könnten werktags alle zehn Minuten Lkw den Wathlinger Kaliberg anfahren. Das hat der Celler Landtagsabgeordnete Jörg Bode (FDP) ausgerechnet. Er hat der rot-grünen Landesregierung Ende des vergangenen Jahres eine Kleine Anfrage mit 44 Fragen gestellt.

Jetzt liegt die Antwort des Wirtschaftsministeriums vor. „Die K+S rechnet bei einer jährlichen Einbaumenge von 600.000 Tonnen, bis zu 250 Betriebstagen pro Jahr und 24 Tonnen Zuladung pro Lkw mit einer durchschnittlichen Anzahl von circa 100 Fahrzeugen täglich zwischen Montag und Freitag“, schreibt das Ministerium. In Ausnahmen könne auch an Samstagen gefahren werden. Klar ist: Auf Wathlingen rollt eine gigantische Lkw-Lawine zu. Denn die Gleisanlieferung ist schwierig. „Die Verkehrsabwicklung per Gütereisenbahn setzt eine zentralisierte Transportlogistik voraus“, so das Ressort von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Das Bodenaushub- und Bauschuttmaterial kommt aber von Bauprojekten, die weit verteilt sind. Im Klartext: Die Bürger müssen sich auf zahlreiche Lkw einstellen.

Die zweite große Belastung neben dem Verkehr ist der Staub. Wie groß die Belastung wird, ist derzeit schwer abzuschätzen. K+S hat in den Antragsunterlagen Angaben zu Staubbildungen und Staubvermeidungen zu machen. Ob es behördliche Auflagen zur Reduzierung von Staub geben wird, könne laut Ministerium erst geprüft werden, wenn der vollständige Antrag zur Begrünung des Hügels geprüft wird. Das ist aber noch nicht der Fall. Zum Vergleich: Am Kaliberg in Sehnde, der seit Jahren begrünt wird, ist ein Mitarbeiter ausschließlich damit beschäftigt, den Berg zu bewässern, damit sich die Belastung für Anwohner in Grenzen hält.

Grundsätzlich begrüßt die Landesregierung die Begrünung des Kalibergs. Denn das vorrangige Ziel, die Neubildung von salzhaltigen Wässern zu vermeiden, diene der Verbesserung der Umweltsituation an der Halde. Zudem könne die Rekultivierung des Salzbergs zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes führen und die Freizeitmöglichkeiten vor Ort erweitern, antwortet das Ministerium auf die Bode-Anfrage.

RKUnterdessen wollen die beiden lokalen FDP-Politiker Robert und Ulrich Kudrass aus Nienhagen die Bergbegrünung stärker in den Fokus rücken. „Das Thema ist einfach wichtig. Von der Bevölkerung wird es aber nicht richtig wahrgenommen. Man muss sich doch nur mal vorstellen, dass 20 Jahre lang alle paar Minuten ein Lkw zum Kaliberg fährt“, sagt der Nienhäger Ratsherr Robert Kudrass. Die FDP wolle erreichen, dass „die Bürger endlich wahrnehmen, was da auf sie zurollt“. Ziel sei es, den Verkehr nach Möglichkeit aus den Orten rund um den Kaliberg herauszuhalten. Robert Kudrass schlägt vor, dass Lkw von der B3 bei Ehlershausen abgeleitet werden, damit sie nicht durch die Dörfer müssen. Neu ist der Vorschlag nicht. Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms hat davon schon im September 2014 gesprochen.

Für die Begrünung des Bergs muss K+S einen bergrechtlichen Rahmenbetriebsplan vorlegen, daneben sind weitere Sonderbetriebspläne erforderlich. Eine konkrete Antragstellung durch K+S ist bislang nicht erfolgt. Der Zeitraum der Abdeckung, so hieß es bisher, soll zwischen 2017 und 2040 erfolgen.