CZ: FDP will mit PEGIDA sprechen

Bode-Joerg

 

Zu ihrem traditionellen Grünkohlessen am Freitag im Hermannsburger Hotel Heidehof hatte sich der FDP-Ortsverband Südheide den Generalsekretär der niedersächsischen FDP, Gero Hocker, eingeladen. Er sprach vor rund 60 Anwesenden über die beiden Themenbereiche Asylpolitik in Niedersachsen und Y-Trasse.

HERMANNSBURG. „Jeder Verfolgte muss in Deutschland einen Hort finden“, stellte Hocker eingangs fest und bekam dafür Beifall. Auf die Demonstrationen von Pegida eingehend, trug Hocker seine Ansicht vor, viele Menschen würden sich anschließen, weil sie generell mit dem Umgang der Politik mit den Menschen unzufrieden seien. Deshalb rief Hocker dazu auf, mit den Demonstranten ins Gespräch zu kommen. In einem späteren Gespräch konkretisierte Gero Hocker seine Position zu einer neuen Asylpolitik. Schon bei der Einreise, also an der deutschen Grenze, müssten den Asylsuchenden die Bedingungen und die persönlichen Perspektiven verdeutlicht werden. Unterbringungen hätten dezentral zu erfolgen, Ghettobildung müsse vermieden werden. Eine frühe Arbeitsaufnahme solle ermöglicht und durch Sprachkurse gefördert werden.

Der zweite Aspekt des engagierten Vortrages betraf die Trassen durch den Landkreis Celle. Gero Hocker mahnte eine ausgewogene Haltung an. Niedersachsen als Flächenland brauche eine vernünftige Infrastruktur, die speziell die Häfen mit dem Hinterland verbinde. Hier griff der ebenfalls anwesende ehemalige niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode ein. Über die vorgestellte Trassenführung urteilte er: „Die Berger Variante ist vollkommen absurd“. Im Übrigen komme jede neue Trasse zu spät. Durch die Genehmigungsverfahren sei mit dem Baubeginn erst in zehn Jahren zu rechnen. Das bedeute, ein großer Teil des sich steigernden Gütertransports müsse den Weg über die Autobahnen nehmen. Damit aber seien vermehrte Staus vorprogrammiert. „Das ganze Verfahren ist von Anfang an versemmelt worden“, lautete das Fazit von Bode.

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