Die Vielfalt macht’s

Angesichts der auch in der Celler Presse immer größer werdenden Bedeutung des Themas „Energieversorgung“ erklärte der FDP Fraktionsvorsitzende Joachim Falkenhagen:
„Der deutsche Energiemarkt zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Statt aber weiterhin auf die Tiefengeothermie oder allein auf Quantität beim Erneuerbaren-Ausbau zu setzen, muss ein „Rollentausch“ eingeleitet werden, der die Produzenten der Erneuerbaren Energien zunehmend in die Verantwortung nimmt auf Signale des Marktes zu reagieren und Beiträge zur Systemstabilität zu erbringen.
Seit der Liberalisierung der Energiemärkte in Deutschland hat sich die Zahl der Wettbewerber stark erhöht. Deutschlandweit gibt es über 1.100 Stromanbieter sowie 850 Gasversorger. Der deutsche Energiemarkt bietet damit den Kunden eine Angebotsvielfalt, die in der Europäischen Union einzigartig ist. Die EU-Kommission misst dem deutschen Energiemarkt inzwischen sogar eine Vorbildfunktion bei.
Die in Celle geführte Diskussion über die Energieversorgung wird vornehmlich an zwei Themenfeldern fest gemacht. Das Stichwort „Geothermie“ macht den Versuch deutlich, in Celle Know-how zum Thema Tiefengeothermie zu bündeln um der hier angesiedelten Bohrindustrie Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Dies ist bisher in beachtlicher Weise gelungen. Höhepunkte sind die Ansiedlung des Bohrsimulators der Universität Clausthal und der Platzierung der Internationalen Celle Drilling Conference.
Wenngleich das Ziel, Energie aus der Tiefe unserer Erde energetisch zu nutzen äußerst attraktiv ist, erscheint deren Nutzung aus Kostengründen derzeit aber noch in weiter Ferne. Natürlich müssen wir alles daran setzen dieses Ziel zu erreichen und damit die Stadt Celle und die hier angesiedelten Unternehmen zu Trendsettern zu machen.
Für die Celler Bürger bereits umsetzbar und nutzbar ist aber, die im Landkreis Celle produzierte Energie auch für Celler Bürger zu nutzen. Hier bietet sich in der Tat das Projekt „Energetische Stadtsanierung Heese-Nord“ an um diesen städtischen Bereich in absehbarer Zeit mit erneuerbaren Energien zu versorgen.
Da macht es keinen Sinn auf die kostenintensive Tiefengeothermie und deren Förderung durch die Bundesregierung zu warten. Hier könnten jetzt bereits die im Landkreis produzierten 800 Millionen Kilowattstunden eingesetzt werden die rechnerisch 65 Prozent des Eigenbedarfs des Landkreises Celle aus alternativen Energien abdecken würden. Hinzu kommt, dass die Nutzung dieser „heimischen“ Energie das unternehmerische Engagement der Produzenten achtet und sie näher „an den Markt führt“.

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