FDP auf Roadtrip zurück in den Bundestag

Die Freien Demokraten nehmen Fahrt auf: Im Interview für die neue „WESTPOL“-Reihe „Roadtrip“ plauderte FDP-Chef Christian Lindner mit dem „WDR“ über die Entwicklung der FDP und mögliche Koalitionen sowie über die mangelhafte Regierungsarbeit der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Erst im Carsharing-Auto von DriveNow und anschließend in einem Sportboot schilderte er sein Hauptziel: „Mein Auftrag ist es, die FDP wieder in den Bundestag zu bringen, damit diese politische Grundauffassung, die wir haben, in Deutschland wieder eine größere Rolle spielt.“

Bei der Diskussion über mögliche Koalitionen in Nordrhein-Westfalen und im Bund übte Lindner scharfe Kritik am Politikstil der Ökopartei. „Ich habe eine Vorliebe für Grün beim Autofahren, aber hier in der Landespolitik finde ich, dass Frau Löhrmann und Herr Remmel einen enormen Schaden angerichtet haben. Ich finde zunächst, dass Frau Löhrmann keine Verantwortung mehr für den Schulbereich übernehmen darf“, unterstrich er. Deshalb sei eine Ampel-Koalition in NRW völlig ausgeschlossen. Auch eine Jamaika-Koalition ist aus seiner Sicht unwahrscheinlich: „Ich bin gespannt, falls Armin Laschet den Regierungsauftrag bekommt, wie er sich dann eine Regierung zusammenbaut, in der die Grünen enthalten sind und er dann auch noch von der FDP träumt.“

Auch auf Bundesebene stellt Lindner gleichermaßen hohe inhaltliche Hürden für eine Zusammenarbeit mit den Grünen auf. „Cem Özdemir mag ich, aber der ist ja nicht ‚die Grünen‘. Sondern, da gibt’s noch den Hofreiter, und mit dem ist für mich keine menschliche Kommunikation möglich“, konstatierte er. Das erzieherische Auftreten der Bundesgrünen mit unbeliebten Konzepten wie dem Veggie-Day sieht er nach wie vor kritisch: „Das Eingreifen in meinen Speiseplan, das finde ich beknackt.“

Für die eigenen politischen Überzeugungen einstehen

Der FDP-Chef erinnerte außerdem an seinen frühen Eintritt in die Partei, noch vor er damals den Füherschein gemacht hatte. „Ich hab mir ehrlich gesagt nicht mal die Frage gestellt, ob das cool ist oder nicht, seinerzeit. Wenn man seine eigene politische Meinung davon abhängig macht, was andere sagen, dann hat man ohnehin ein Problem“, gab Lindner zu bedenken. Einen kleinen Seitenhieb gegen die Kultur bei der Konkurrenz konnte er sich nicht verkneifen: „Bei der SPD waren meine Lehrer, bei der Jungen Union, die wollten sich eigentlich nur treffen zum Biertrinken.“ Dafür habe er aber keine Partei gebraucht: „Ich hatte schon ohne Politik Freunde.“