FDP Südheide zur Y-Trasse

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Fast täglich erscheinen in der Presse Stellungnahmen zur Güterverkehr Y-Trasse. Sowohl die Erweiterung der bestehenden Trassen als auch ein Neubau der Güterverkehrs-Trasse von Soltau über Bergen nach Celle stoßen auf Widerstand. Überall an den Strecken wohnen Menschen, die durch den Lärm beeinträchtigt werden, selbst wenn die Auflagen für den Schallschutz deutlich verstärkt werden. Die negativen Auswirkungen liegen auf der Hand. Wer möchte schon eine Tag und Nacht stark befahrene Bahnstrecke vor seiner Haustür haben? Wer möchte eine hohe Schallschutzmauer vor seinem Haus haben? Wer möchte die Folgen der Durchschneidung seines Besitzes oder der Landschaft vor seiner Haustür ertragen? Weder die Berger noch die Unterlüßer, die Eschedeer oder die Soltauer. Wir selbst auch nicht.

Verwundert sind wir aber, dass das Thema jetzt so vehement hochkocht. Bereits im Landesraumordnungsprogramm von 1994 beschäftigte man sich mit der Y-Trasse. Das Thema ist also keineswegs neu. Und deshalb haben wir kein Verständnis dafür, dass das Land Niedersachsen zusieht, wie Gemeinden sich gegenseitig den Verkehr und damit schwarzen Peter zuschieben wollen. Hier ist offensichtlich versäumt worden, in den vergangenen Jahren eine vorausschauende Planung vorzunehmen. Die Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß sind im Landesraumordungsprogramm als Vorsorgegebiet für Natur, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Erholung vorgesehen. Eine zunehmende Störung der Natur, der Ruhe und der Erholung durch verstärkte Verkehrsbelastung passt nicht zu diesen Vorgaben.

Das Landesraumordnungsprogramm sollte nicht ein Märchenbuch sein sondern Aufschluss darüber geben, welche Rolle einer Region von der Landesregierung zugedacht wird. Auch die Kommunen brauchen Sicherheit bei der Planung ihrer eigenen Entwicklung. Leider gibt es viele Beispiele dafür, dass die ländlichen Regionen gegenüber den Oberzentren ins Hintertreffen geraten. Das Land hat die Aufgabe, innerhalb des Landes einen Ausgleich der Lebensverhältnisse zu bewirken. Es kann nicht angehen, dass dem ländlichen Bereich durch das Raumordnungsprogramm einerseits Entwicklungschancen genommen, andererseits aber Belastungen auferlegt werden.

Ein Großteil der Bevölkerung hält einen weiteren Ausbau des Schienennetzes für erforderlich. Somit ist eine ergebnisoffene Untersuchung von verschiedenen Möglichkeiten sinnvoll und notwendig. Diese sollte durch anerkannte Verkehrsexperten erfolgen. In jedem Fall muss eine Balance zwischen Nutzen und Belastung für die Bevölkerung und die Natur gefunden werden. Sicher aber ist, dass ein Verzicht auf einen Trassenneubau zu einer Mehrbelastung der Menschen an bereits vorhandenen Strecken führen muss. Die Diskussion wird weitergehen.

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