Deutschland aus dem Dornröschenschlaf holen

 

Im Doppelinterview mit der Bild haben FDP-Chef Christian Lindner und Vizechef Wolfgang Kubicki die Tatenlosigkeit der Großen Koalition attackiert und das Gegenangebot der Freien Demokraten konkretisiert. Zwar habe die Bundeskanzlerin auf der Weltbühne eine verantwortungsvolle Position, aber keine Ideen für die deutsche Innenpolitik, rügte Lindner. „Da überlässt sie der SPD das Spielfeld.“ Kubicki kritisierte, dass Schwarz-Rot Bildung und Digitalisierung verschlafe. „Wir bei der FDP diskutieren diese Fragen auf sehr hohem Niveau. Bei einer Weiter-so-Politik machen wir nicht mit – weder mit Union, noch mit SPD“, unterstrich er.

Lindner rief den SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz auf, deutlich zu sagen, wohin er die Bundesrepublik führen wolle. „Bislang will er nur Mehrausgaben“, konstatierte der FDP-Chef. Die Freien Demokraten strebten hingegen eine Entlastung der Menschen und eine starke Wirtschaft an. „Der Staat hat immer mehr Geld in der Kasse, aber der Einzelne kommt nicht voran, obwohl er fleißig ist“, kritisierte Lindner. „SPD, Grüne und Schäuble gönnen den Menschen keinen zusätzlichen Cent: Nahles greift bei den Sozialabgaben zu, Schäuble konfisziert die Gehaltserhöhung und Wohneigentum wird zum Luxusgut.“ Das wolle die FDP ändern.

Besser im Doppelpack

Im Interview sprachen Lindner und Kubicki außerdem über ihre Dynamik als Duo und den Wiederaufstieg der Freien Demokraten. Kubicki lobte die Fähigkeiten des Bundesvorsitzenden, der einen erheblichen Beitrag zum Comeback der Partei geleistet habe. „Er ist analysestark und rhetorisch brillant. Er hat den Weitblick, ich nur den Durchblick“, sagte der FDP-Vize. Lindner ergänzte: „Wir funktionieren vor allem als Team.“ In NRW hoffe die FDP auf den Kubicki-Effekt für den kommenden Wahlsonntag. „Wolfgang verkörpert unser Lebensgefühl: Unbekümmertheit, Selbstbewusstsein ohne Überheblichkeit und eine Prise Humor“, betonte Lindner.