FDP will Sofortmaßnahmen für Flüchtlingskinder

Jutta-Krumbach

Celle. Schnelle und konkrete Maßnahmen zur Sprachförderung mahnt die Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Celle an. „Jetzt ist nicht die Zeit für Gespräche. Die Kinder sind seit Donnerstag in den Schulen, ohne dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, damit sie vernünftig Deutsch lernen und es werden täglich mehr Kinder, die auf ihrem Weg aus den Krisengebieten unsere Unterstützung brauchen“, so Krumbach. Es ist absolut unverständliche, warum die Kultusministerin sich weiterhin so zögerlich verhalte und in keinster Weise auf die aktuelle Situation reagiere. „Niedersachsen braucht jetzt ein 100-Millionen-Euro-Bildungsprogramm für Flüchtlingskinder“, fordert Krumbach.

 

Nach Berechnungen der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag sind rund 2.000 Lehrkräfte für etwa 2.100 Sprachlernklassen nötig. Die Landesregierung aus SPD und Grünen hat jedoch nur 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, was gerade einmal für 20 neue Sprachlernklassen für ein Schulhalbjahr reicht. Jedes zweite der neu angekommenen Flüchtlingskinder bleibt dadurch ohne Sprachförderung. Bildungsverbände haben bereits dringende Hilfen für die Schulen angesichts von rund 30.000 schulpflichtigen Flüchtlingskindern, die in diesem Jahr nach Niedersachsen kommen, gefordert. Die GEW hat dazu einen entsprechenden Forderungskatalog an das Land vorgestellt. In der HAZ kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt an, dass sie in den kommenden Wochen die Verbände zu diesem Thema zu Gesprächen einladen wolle.

 

Die Landesregierung müsse endlich erkennen, dass der Erwerb der deutschen Sprache ein wichtiger Schlüssel zur Integration sei, verstärkt diese Argumentation der Fraktionsvorsitzende der Stadtratsfraktion der Celler FDP, Joachim Falkenhagen. Gespräche allein seien nicht genug. Die FDP-Landtagsfraktion fordere bereits seit langem eine deutliche Erhöhung der Sprachlernklassen im Land. „Der Finanzminister schwimmt in den Steuereinnahmen und dennoch versagt die Landesregierung bei diesem wichtigen Aspekt der Integration. Man kann nicht nur von Willkommenskultur reden, sie muss auch politisch realisiert werden“, sagt Falkenhagen abschließend.