Flüchtlingsgipfel der Kreis FDP

Flüchtlingsgipfel
Unter dem Motto „FDP-Flüchtlingsgipfel – Von der Krise zum positiven Wendepunkt“ wurden am 15. Oktober im Gasthaus Helms in Altensalzkoth FDP-Mitglieder und Gäste über den augenblicklichen Zustand zum Thema „Flüchtlinge im Landkreis Celle“ informiert. Gastredner und Referenten des Abends waren Ulrike Brinken (Ansprechpartnerin für den Bereich Integration und Migration des Landkreises Celle) sowie Erster Kreisrat Michael Cordioli, Stadtrat Stephan Kassel und Jörg Bode (FDP – MdL im Niedersächsischen Landtag).

Nach einer kurzen Begrüßung der ca. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Veranstaltung durch den FDP-Kreisvorsitzenden Charles M. Sievers berichtete der Erste Kreisrat des Landkreises Celle, Michael Cordioli, ausführlich und informativ über die derzeitige Flüchtlingssituation im Landkreis Celle. Anhand einer Power-Point-Präsentation erläuterte er dem interessierten Publikum die Abläufe sowie Rechte und Pflichten bei allen Angelegenheiten in diesen Belangen im Landkreis. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass nach dem augenblicklichen Stand bis Januar 2016 über 2.000 Flüchtlinge im Landkreis Celle erwartet werden, wobei auf Grund der derzeitigen Situation die Tendenz eher nach oben zeigt, so dass man wahrscheinlich mit über 3000 Menschen rechnen sollte. Bereits jetzt seien die Notunterkünfte in Scheuen und Wietzenbruch am Limit und die ehrenamtlichen Helfer aller beteiligten Organisationen im Grenzbereich ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Trotz dieser widrigen Umstände in den Notaufnahmelagern wird dort hervorragende Arbeit geleistet. Besonders positiv hervorgehoben wurde auch die gute Zusammenarbeit in der der medizinischen Erst- und Grundversorgung mit dem Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH).

Die oben genannten Erkenntnisse ergeben, dass Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Balkan, Sudan oder dem sonstigen Afrika, soweit sie asylberechtigt sind, schnellstens versorgt und in winterfesten Unterkünften untergebracht werden müssen. Diese Menschen brauchen eine umfangreiche Betreuung, wofür weitere ehrenamtliche Helfer benötigt werden. Die Stadt wird für die Unterbringung aufgelassene Kasernen anbieten (z.B. Hohe Wende) und im Kreis sollen leerstehende Wohnungen und Häuser angemietet und für den Anlass hergerichtet werden. Dafür sind von Bund und Land Förderprogramme vorgesehen, die die finanzielle Last der Kommunen abfedern sollen.

Die Aussagen Cordiolis wurden von den anderen Rednern bestätigt bzw. unterstützt, wobei Jörg Bode (MdL) aus dem Landtag von der Rot-Grünen Regierung berichtete, dass die Planungsunsicherheit dort nach wie vor riesig sei. Hierbei machte Bode deutlich, dass auf den Landkreis und die Stadt Celle noch viele Aufgaben der Koordination und Organisation zukommen werden, die eigentlich von Landes- und Bundesebene erledigt werden müssten. Hier müsse durch rasches Handeln und gezielte Hilfe versucht werden, die Ängste, die gelegentlich sowohl bei Flüchtlingen als auch bei Bürgern aufkommen, einzudämmen. Aus JuLi-Kreisen (Junge Liberale) wurden die Bedenken in den Raum gestellt, dass durch weitere massive Zuweisungen schulische und sportliche Infrastrukturen blockiert werden könnten. Auf diese Bedenken erwiderten die beiden Referenten Kassel und Cordioli, dass mit aller Macht versucht werden solle, eine Massenunterbringung in diesen Einrichtungen zu verhindern.

Derzeit seien sowohl der Landkreis Celle und seine Kommunen und Städte noch sehr gut aufgestellt. Grund für diese positive Entwicklung in Stadt und Landkreis Celle sind die nach dem Abzug der Briten vorhandenen Wohnraumkapazitäten vor Ort. Die Situation würde sich aber in Zukunft rasch erschöpfen, wenn keine weiteren Wohnungsbauförderprogramme und Zuschüsse hierfür bereitgestellt würden.

Eine Umfrage unter den Beteiligten zu Beginn dieser Veranstaltung ergab, dass im Teilnehmerkreis allgemein eine positive Grundeinstellung und Stimmung zu der Flüchtlingssituation herrschte. Wünsche oder Anforderungen, die hier zur schnellen Integration vorrangig genannt wurden, waren dabei hauptsächlich, dass die Flüchtlinge schnell Grundkenntnisse in der deutschen Sprache erwerben sollten. Auch eine möglichst zügige Erwerbstätigkeit und damit der Übergang in ein zunehmend eigenverantwortliches Leben, könne eine funktionierende Integration unterstützen.

Durch diese aus dem gesamten Landkreis Celle sehr gut besuchte Veranstaltung wurden diese positiven Ergebnisse kreisweit in die Gemeinden und Städte getragen.