Mit linkem Neidreflex in die rechte Ecke

09.01.2017 | Laut CDU-Generalsekretär Peter Tauber ist der einzige Unterschied zwischen FDP-Chef Christian Lindner und AfD-Vize Alexander Gauland das Jackett. Tauber reagierte mit dem AfD-Vergleich auf Lindners Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Dreikönigstreffens der Freien Demokraten. „Mit seinen unverschämten Äußerungen hat sich Herr Tauber als ernst zu nehmender Gesprächspartner endgültig disqualifiziert“, konstatierte FDP-Vize Wolfang Kubicki. „Der linke Neidreflex, der da bedient werden soll, zeigt, wie es um die CDU bestellt ist“, hieß es aus der Parteiführung.

Klaus Kinkel, ehemaliger FDP-Chef, wies den Vergleich ebenfalls zurück: „Herr Tauber sollte manchmal seine Äußerungen besser vorher wägen.“ Es sei das gute Recht Lindners, die Regierungsarbeit aus der Opposition heraus sachlich und angemessen zu kritisieren, stellte er gegenüber der Welt klar. Der Anzugvergleich sei „darüber hinaus blöde“, resümierte Kinkel.

Auch Volker Wissing, stellvertretender Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, kritisierte die „Entgleisung“. „Sein emotionaler Ausfall zeigt, wie nervös die CDU ist. Die CDU-Basis hält von Frau Merkels Flüchtlingspolitik nichts. Die Mitglieder der CDU werden Christian Lindners Kritik an Merkel weitgehend teilen“, betonte Wissing.

„Wenn Peter Tauber schon auf Kleidungsfragen ausweichen muss, um vom Scheitern der Union in der Flüchtlingsfrage abzulenken, zeigt dies nur, wie nervös er ist“, unterstrich auch FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Sie kündigte an: „Die Freien Demokraten werden auch weiterhin den Finger in die Wunden des Verwaltungsversagens und der Konzeptlosigkeit legen.“