Schuleinzugsbezirke aufgeben!

klasse

Die CZ berichtet am 6.1.2016:

Auch wenn sich die Stadt gegen die Idee ausgesprochen hat, lassen die Celler Liberalen nicht locker: Sie bestehen darauf, dass die Grundschulbezirke abgeschafft werden. Was für viele utopisch klingt, könnte wahr werden – wenn die FDP es schafft, eine Mehrheit zu organisieren.

CELLE. Noch ist es lediglich die Forderung einer der kleinsten Fraktionen im Celler Stadtrat. Doch spätestens nach der Kommunalwahl am 11. September könnte der jüngste bildungspolitische Vorstoß der Celler Liberalen topaktuell werden – dann nämlich, wenn sie im neuen Stadtrat das Zünglein an der Waage wären und ihrem Koalitionspartner Zugeständnisse abringen könnten. Dann wäre es möglicherweise um das altbekannte System der Schuleinzugsbezirke im Grundschulbereich geschehen. Die FDP will es aushebeln.

„Optimale Bildung von der Grundschule an ist die beste Voraussetzung für die beste Bildung eines jeden Kindes“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzende Joachim Falkenhagen, der an dem Ziel seiner Fraktion festhält den „Kleinen“ die Möglichkeit zu geben, eine Grundschule mit Bildungsschwerpunkten ihrer Wahl zu besuchen. Celles Sozialdezernent Stephan Kassel hatte diese Idee kürzlich als ungesetzlich, unpraktikabel und als „sozialpolitisch falschen Signal“ bezeichnet.

„Da kann der Schuldezernent das dadurch angeblich entstehende Verkehrschaos beschwören, andere mögen das Schreckgespenst der Restschulen als Gegenargument nehmen, und ganz eingefleischte Linke mögen davon sprechen, dass wir damit Eliten heranziehen möchten, und es wird dann wieder heißen: typisch FDP“, so Falkenhagen. Das seien „alles Vorurteile, die letzten Endes beste Bildung verhindern“: „Wir vertrauen darauf, dass Menschen im vernünftigen Miteinander bessere Antworten finden als der Staat. Ihre Verantwortung gegenüber den Kindern darf nicht durch reaktionäres Verwaltungshandeln gebremst werden.“

Falkenhagen weist darauf hin, dass das Niedersächsische Schulgesetz sehr wohl die Bildung eines einzigen Schulbezirkes für die Grundschulen ermögliche. So will die FDP die Bezirke-Vielfalt in Celle aushebeln. Schulausschuss-Mitglied Ralf Blidon (FDP), weist darauf hin, dass die „Bevormundung der Eltern durch die Verwaltung“ ein Ende haben müsse: „Eltern wissen besser als jeder Schulträger, welcher Bildungsschwerpunkt für ihre Kinder richtig ist. Einzugsbereiche sind in allen schulischen Bereichen abgeschafft worden. Ausgerechnet bei den Kleinen wird die staatliche Bevormundung aufrechterhalten. Während das Argument der Planungssicherheit in anderen Schulbereichen keine Rolle spielt, wird es hier aus der Klamottenkiste geholt.“

Falkenhagen rät der Verwaltung zur Flexibilität: „Es geht nicht an, dass das Organisationsinteresse der Verwaltung über dem Bildungsinteresse von Eltern und Kindern steht. Aufgabe aller Verantwortlichen ist es, die Rahmenbedingungen für alle Schulen so zu gestalten, dass sie besser werden können. Dies liegt im Interesse von Lehrern, Schülern und der gesamten Gesellschaft.“