Wirren um den Kaliberg Wathlingen

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Robert Kudrass, FDP-Ratsherr im Gemeinderat Nienhagen äußert sich kritisch zu aktuellen Entwicklungen beim Kaliberg in Wathlingen. 
„Für die erste Verwirrung in Sachen Kaliberg sorgte die Kreisverwaltung Celle, in dem das eigentlich notwendige Raumordnungsverfahren nicht durchgeführt wurde. Als Ersatz dafür ordnete die LBEG Clausthal einen sogenannten Scooping-Termin an, bei dem dann die beteiligten Verbände, Behörden und Vereine ihre Bedenken oder Einlassungen zu Protokoll geben konnten. Die Vorstufen zum Genehmigungsverfahren laufen also weiter.

Zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass der Kleinbahnverein Wathlingen – Ehlershausen e.V. die gesamte Gleisanlage zu einem symbolischen Preis von K+S übernehmen möchte, wobei zu bedenken ist, dass die Gleisanlage auch noch für die Materialtransporte verwendet werden könnte. Warum? Wenn die Transporte (über 20 Jahre täglich alle 10 min. ein Fahrzeug hin und zurück) nicht über die Straßen laufen würden, spart man den Verschleiß an den Straßen, gibt den Bürgern bei den Ortsdurchfahrten Sicherheit und Lärmschutz und würde die Verschmutzung in den Gemeinden verhindern. K+S will diese Anlage aber nur an einen nicht insolvenzfähigen Träger abgeben. Das sind z.B. Stiftungen und Kommunen. Und da kommen jetzt die Gemeinden ins Spiel. Die Gemeinden Nienhagen und Uetze planen wegen der möglichen Insolvenz eines privaten Trägers eine Stiftung zu gründen, die die Gleisanlage übernehmen könnte, um sie dann an den Kleinbahnverein weiter zugeben , der damit touristische Zwecke verfolgen könnte.

Wie blind muss eine Gemeinde sein, wenn sie dieses Risiko – Übernahme einer Stiftung für die Gleisanlage – eingeht. Wenn nämlich die Gleisanlage entwidmet wird, weil der Kleinbahnverein evtl. nicht mehr existiert, dann liegt das gesamte Risiko bei den Gemeinden. Als Risiko muss hier der Rückbau des Gleiskörpers und die Rekultivierung der Flächen gesehen werden. Die Kosten dafür lassen sich per heute noch nicht abschätzen, aber sie würden die Gemeinden furchtbar belasten. Man fragt sich. Welche Gemeinde kann sich in der heutigen Zeit solche finanziellen Ungereimtheiten leisten und dabei gleichzeitig den Bürgern in den Rücken fallen, in dem man Belastungen der Bürger durch die Transporte zulässt.

Die FDP Samtgemeinde Wathlingen wird die Entwicklungen auf keinen Fall mittragen und hat inzwischen die Unterstützung durch den ehemaligen Wirtschaftsminister Jörg Bode erfahren, der einen umfangreichen Fragenkatalog zum Kaliberg an die Rot-Grüne Landesregierung gerichtet hat. Man darf gespannt sein, wie sich die Gemeinde Nienhagen verhalten wird.“