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CZ: Großer Plan blüht auf


Im Januar 2017 hatten Harald Range und Joachim Falkenhagen für die Freien Demokraten im Rat der Stadt Celle einen Antrag gestellt, der sich mit dem in den vergangenen Jahren immer trauriger gewordenen Anblick der Altstadt beschäftigte. Ihr Ziel war es, im Jahre 2017 mehr Blumen und damit mehr Farbigkeit ein die Altstadt zu bekommen. Diesem Antrag hatte der Rat zugestimmt.
„Wer jetzt durch die Altstadt geht wird feststellen können, dass sich insoweit etwa getan hat“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Joachim Falkenhagen mit Hinweis auf die aufgestellten Pflanzkübel. Darüber hinaus scheint sich der neue Wind im Celler Rathaus auch an anderer Stelle durchgesetzt zu haben. So sieht man das Engagement von Kaufleuten und Gastwirten in der Bergstraße und am Gr. Plan, die Ideen zur Belebung haben, denen die Verwaltung offenbar positiv gegenüber gestanden hat. Plötzlich ist mediterraner Flair am Großen Plan vorhanden, der mit erheblichem Einsatz von Geschäftsleuten  realisiert worden ist.

Die Cellesche-Zeitung berichtete darüber wie folgt:
 ALTSTADT. In die Celler Innenstadt kommt Bewegung. Während Oberbürgermeister Jörg Nigge noch die Werbetrommel für ein grüneres Stadtzentrum rührt, preschen einige Geschäftsleute bereits vor – allen voran die Betreiber des neuen „M-One“ am Großen Plan. Mit einer geradezu flächendeckenden Außenbestuhlung und dem Aufstellen von acht Olivenbäumen haben die Gastronomen aus Schneverdingen den beliebten Altstadt-Platz deutlich verändert.

Rund 250.000 Euro haben Bilgin Akgül und seine drei Brüder nach eigenen Angaben bereits in ihre Altstadt-Bar investiert, die am Freitag eröffnet wurde. Aus einem ehemaligen Eiscafé haben sie eine Ganztags-Kneipengastronomie gemacht, deren Konzept an die deutschlandweit bekannte Café-Extrablatt-Kette erinnert. „Wir haben uns Standorte in Lüneburg, Hamburg und Bremen angeschaut. Aber hier in Celle hat alles gepasst, gerade mit der Außenbestuhlung“, sagt Akgül.

Ganz unproblematisch sei die Sondernutzung der öffentlichen Fläche allerdings nicht gewesen. Zunächst habe die zuständige Behörde nur zwei Pflanzen mit jeweils 1,50 Metern Höhe zulassen wollen. „Da haben wir erst gedacht: Okay, dann machen wir eben gar keine Pflanzen“, berichtet Akgül. Doch dann habe sich die Verwaltung gesprächsbereit gezeigt: „Herr Faber und Herr Nigge haben sich gut für uns eingesetzt“, sagt Akgül und freut sich über die Unterstützung vom Oberbürgermeister und von Wirtschaftsförderer Thomas Faber.

In Absprache mit der Stadt dürfen die 108 Sitzplätze sogar nachts auf dem Großen Plan stehen bleiben. „Ansonsten hätten wir praktisch eine Vollzeitkraft gebraucht, nur um die Tische und Stühle rein- und rauszustellen“, sagt Akgül. Bei Großveranstaltungen, wie etwa dem anstehenden Weinfest, müssen die Sitzgelegenheiten nach derzeitigem Stand jedoch verschwinden. Der Verbleib der gut 200 Kilogramm schweren Pflanzenkübel ist noch unklar.

Die Außenbewirtschaftung ist zwar ganzjährig genehmigt, soll in den Wintermonaten (ab November) jedoch deutlich reduziert werden. Zur Fußball-Europameisterschaft 2018 will das „M-One“ dagegen ganz groß auffahren. „Wir würden dann gerne eine Großleinwand aufstellen, aber da müssen wir noch mit der Stadt sprechen“, sagt Akgül. Momentan hat der Gastronom noch ganz andere Baustellen. „Wir sind gerade dabei, Personal einzustellen – Ziel ist ein eigenständiges Team mit Cellern“, so der Unternehmer aus Schneverdingen.

Frischen Wind gibt es unterdessen auch an der Bergstraße. Dörthe Hirschfeld vom „Alten Provisor“ und das benachbarte Ristorante „Don Pippo“ haben vor ihren Geschäften eine Außenterrasse eingerichtet. „Hier stirbt ein Laden nach dem anderen. Jetzt kommt endlich wieder Leben in die Bergstraße“, sagt Pippo Pagliuca. Auch in diesem Fall hat sich die Verwaltung sehr entgegenkommend gezeigt. „Die Stadt war ganz offen, vom Oberbürgermeister bis zu den Ratsleuten“, berichtet Pagliuca, der vor anderthalb Jahren ein altes Fachwerkhaus zu einem Restaurant umbauen ließ. Bei einigen Cellern sei die Umwandlung der Parkplätze vor den beiden Geschäften zu Sitzplätzen zwar nicht gut angekommen, sagt der Sizilianer, nimmt das aber gelassen: „Wo es Freude gibt, gibt es auch Ärger.“

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