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Innovation: Israel zeigt, wie Gründergeist geht

Gerade mal so groß wie Hessen ist das Land, das seit 70 Jahren wie kaum ein anderes für wirtschaftliche und wissenschaftliche Innovationen steht. Wer zum Beispiel weiß, dass der USB-Stick aus Israel stammt? Dass der Vorgänger des heute weltweit größten Messenger-Dienstes dort erfunden wurde?

Grund genug, sich anlässlich des 70. Geburtstags der Gründung Israels in diesem Jahr, einmal mit diesem Land zu beschäftigen, abseits der stets im Vordergrund stehenden Diskussionen über den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.

„Erfindungen aus Israel veränderten die Welt“, stellte der Repräsentant des israelischen Generalkonsulats, Helge Eikelmann, dann auch gleich zu Beginn der am vergangenen Montag in Hannover ausgerichteten Veranstaltung fest. Und stellte die Innovationskraft des kleinen Landes vor, in der Gründer mit einer ganz anderen Mentalität an ihre Aufgabe gehen. „Eigentlich musst du beim ersten Mal scheitern, damit du beim zweiten Mal ernstgenommen wirst. In Israel ist Scheitern mit einer Idee eben kein Problem“, machte er den Unterschied zu vielen europäischen Ländern und besonders zu Deutschland deutlich.

Henrietta Singer (links) und Sara Neumann (rechts)
Henrietta Singer (links) und Sara Neumann (rechts)

Ein erfolgreiches Start-up-Duo unterstützte die These des Abends, dass Israel als Start-up-Nation zurecht den Zweitnamen „silicon wadi“ trägt, angelehnt an das US-amerikanische Pendant. Henrietta Singer und Sara Neumann haben sich aus zwei Perspektiven mit der Geschichte Israels beschäftigt und schlugen an diesem Abend so den Bogen zur Gründung, dem Werden Israels sowie der Ideen- und Innovationskraft des Landes. Aus der Idee, die Geschichten des Landes in 70 Plakaten darzustellen, ist nicht nur eine deutschlandweit beachtete Ausstellung geworden. Vor kurzem haben Neumann und Singer auch ein Buch veröffentlicht, in dem die Ausstellung sozusagen für das Bücherregal modifiziert wurde. Dabei legten sie wert darauf, die Geschichte des Landes nicht nur in politischen Themen zu erzählen. „Wir wollten wissen, ob man eine Nation über ihr Design kennenlernen kann“, erzählen die beiden. Zweieinhalb Jahre hat die Recherche gedauert. Plakate wurden gesichtet, Kontakt zu den Künstlern oder den Hinterbliebenen gesucht. Auch Singer und Neumann entdeckten ihr Israel in dieser Zeit immer wieder neu, erfuhren Geschichten und schufen mit ihrem Projekt „70Posters“ einen unkonventionellen und frischen Blick auf das immer noch vielen eher unbekannte Land.

„Ja, es gibt auch Unternehmen, die in Israel gescheitert sind“, lacht Eikelmann, denn er weiß, welche Namen er jetzt nennt. „Starbucks, Burger King, die haben nicht funktioniert.“ Sagt er und verweist auf die hohe Akzeptanz vor allem deutscher Unternehmen in Israel. „Wenn sie einen deutschen Hintergrund für ein Produkt haben, ist das schon die halbe Miete.“ Das habe sich besonders ein niedersächsisches Unternehmen zu Nutze gemacht. Während „Jägermeister“ früher nur auf den Trikots eines Fussballvereins zu sehen war, hat die Marke in Israel einen immensen Bekanntheitsgrad erlangen können.

Die aus Tel-Aviv stammende Sängerin und Songwriterin Noam Bar gab dem Israel-Abend den passenden musikalischen Background.

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