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Kein Konzept für Celler Rathsmühle

Am 16. Juni könnte die Stadt Celle den siebten Jahrestag des Ankaufs des Rathsmühlenkomplexes begehen – gefeiert wird das nicht, denn noch immer ist die Zukunft der Immobilie, deren Image je nach Standpunkt des Betrachters zwischen „Gelddruckmaschine“ und „Millionengrab“ hin und her pendelt, nicht geklärt. Die FDP im Stadtrat fragt die Stadtverwaltung jetzt, ob es endlich etwas Neues zur Zukunft der Mühle gibt.

Nach auf Vorlagen der Verwaltung basierenden Berechnungen der FDP habe die Stadt mindestens 4.944.885 Euro für den Ankauf des Gebäudes ausgegeben, so FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen. Er erinnert daran, dass die Verwaltung den Aufwand, den man vor einer irgendwie gearteten Nutzung der Mühle betreiben müsste, auf zwischen 2,34 und 8,79 Millionen Euro beziffert habe. Diese Zahlen datierten aus dem Jahr 2013. Die Liberalen fordern von der Verwaltung aktuelle Zahlen ein.

„Wir haben vor dem Ankauf gewarnt und statt dessen einen Ankauf durch die Stadtwerke vorgeschlagen. Das wurde nicht akzeptiert“, sagt Falkenhagen. Dabei wäre dies naheliegend gewesen, denn die Stadtwerke „verstehen etwas von der Stromerzeugung und dem Handel mit Strom“: „Dies hätte auch ein Baustein zu Gunsten des steuerlichen Querverbundes sein können, auf den die Stadt und die Stadtwerke bereits damals sehr angewiesen waren. Die Stadtverwaltung hatte empfohlen, dort Museumseinrichtungen unterzubringen oder ein Haus der Nachhaltigkeit“ einzurichten. Was immer das auch ist, es hätte der Stadt auf Dauer erhebliches Geld gekostet.“ Deswegen habe die FDP auch diese „Verlegenheitslösungen“ abgelehnt: „Jetzt interessiert uns die Zukunft des Gebäudes. Auf Dauer Leerstand zu verwalten kostet auch viel Geld und bringt wenig.“

Stadtbaurat Ulrich Kinder sieht keinen Grund zur Eile: „Die Rathsmühle erzielt derzeit einen Überschuss durch die Wasserkraftturbinen. Daher besteht im Moment kein unmittelbarer Zeitdruck.“ Es gebe potenzielle Käufer: „Interessenten, die auf uns zukommen, fokussieren sich allerdings in der Regel auf die Wasserkraft. Konzepte für das Rathsmühlengebäude haben nur die wenigsten. Daher ist derzeit ein Verkauf nicht sinnvoll.“ Auch wegen der schwierigen Trennung von Wasserkraft und Gebäude, der Sicherung des Wasserrechtes für die Stadt und des Zugangs zur Fischtreppe sei die Rathsmühle ein „sehr komplexes Thema“.

Die Herrichtung und Nutzung des Gebäudes allein aus Mitteln der Stadt sei wegen der Haushaltslage schwierig, sagt Kinder: „Chancen durch eine zwischenzeitliche Aufnahme in das Sanierungsgebiet Allerinsel werden derzeit ausgelotet. Allerdings sind auch im Sanierungsgebiet die Mittel endlich.“ Falkenhagen wartet indes auf eine offizielle Antwort auf seine Anfrage: „Es wäre angemessen, wenn diese Anfrage bis zum siebten Jahrestag des Ankaufes beantwortet werden würde.“

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