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Lehrergesundheit während der CORONA-Krise

Jutta Krumbach: "Ausreichende Digitalisierung der Schulen versäumt"

Keine ausreichenden Schutzmaßnahmen

In den Schulen macht sich große Sorge breit, dass die bisherigen nötigen Schutzmaßnahmen nicht ausreichend sein werden, um den Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Charles M. Sievers, schulpolitischer Sprecher der FDP im Kreistag Celle und selbst Lehrer erklärt dazu: “Schon während des bisherigen Notdienstes waren die Schutzmaßnahmen nur durch persönliche Organisation der Lehrkräfte und Mitarbeitenden der Schulen zu gewährleisten. Bevor der Unterricht überhaupt wieder losgehen kann, sollten die nötigen Schutzmaßnahmen den Schulen bereit liegen.“ Sievers weiter: „Die Lehrerversorgung musste bereits vor der Corona-Krise als bedenklich eingestuft werden. Ausfall oder gar Verlust von weiteren Kräften für uns alle wäre unerträglich.“ 

„Die aktuelle Einschätzung der Regierung basiert offenbar auf der Hoffnung, dass die Ansteckungsgefahr an den Schulen sehr niedrig ist. Trotzdem sind gerade die Lehrkräfte besonders gefährdet. Hier vor allem diejenigen, die schon älter und bereits mit Vorerkrankungen unterrichten. Ihre Sicherheit zu gewährleisten sollte einen besonderen Stellenwert erfahren. Der Schutz von Untergebenen sollte auch in diesem Falle die oberste Pflicht der Landesregierung sein,“ so Sievers.

Mundschutz, Sicherheitspersonal mit Fiebermessgeräten vor den Schulen und genügend Desinfektionsmittel stellen die Basis des Schutzes für die Wiederaufnahmen des Schulbetriebes dar. Dies gilt für alle Schüler, Lehrerkräfte und in der Schule angestellten Personen. Der Schutz ist notwendig um den Schulbetrieb zu gewährleisten.

Kleinere Lerngruppen in Klassenräume mit ausreichender Größe und Lüftung wären sinnvoll und angebracht. Dies zu organisieren und vorzubereiten bedarf eines gewissen Vorlaufes. Schulleitungen müssen die Möglichkeit erhalten, die Bedürfnisse und auch die Nöte der Lehrkräfte zu erfassen. Zusätzlich müssen die Transportbedingungen überdacht werden, wie z. B. der Transport der Schülerinnen und Schüler in Schulbussen, wo genügend Abstand zwischen den mitfahrenden Personen gewährleistet werden muss.

„Diese Anspannung in der Gesellschaft macht die ganze Situation sogar noch schwieriger“, so Steffen Lenzen, Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion. „Die Situationen, die wir in den Baumärkten, Supermärkten und Bereichen mit Publikumsverkehr erlebt haben und weiterhin erleben, stimmen uns auf das, was in der Schule passieren wird, ein. Das Besondere in den u. a. hier genannten Lebensbereichen ist allerdings, dass Kunden schnell nach Hause zurückkehren können. Das ist in den Schulen anders.“

Gesundheitsrisiken für Lehrerinnen und Lehrer

Sievers weist auf die Gesundheitsrisiken hin: „Das Robert Koch Institut macht eine gute Arbeit. Maßnahmen, die dort vorgeschlagen werden, sollten schon in der Praxis Umsetzung erfahren, besonders auch im Schulalltag. Viele Eltern gehen bereits wieder zur Arbeit. Die Schüler werden somit unter Umständen zu den Hauptkrankheitsüberträgern und bringen damit Lehrerinnen, Lehrer und Familienangehörige in besonderer Weise in Gefahr, angesteckt zu werden. Bekanntermaßen gehören die Älteren und die, die mit Vorerkrankungen zu kämpfen haben, zur besonders gefährdeten Risikogruppe.“

Digitalisierung der Schulen versäumt

Jutta Krumbach, Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag: „Covid 19 hat uns in besonderer Weise die Grenzen der digitalen Entwicklung in den Schulen aufgezeigt. Diese Versäumnisse sind nicht länger zu verheimlichen. Gerade den Grundschulen fehlen grundlegende Dinge, wie beispielsweise Server oder Unterrichtssysteme, um Kinder zu Hause zu unterrichten. Diese Tatsache kann auch teilweise auf weiterführende Schulen übertragen werden. So wird beste Bildung nicht zu erreichen sein.“ Sievers ergänzt: „Wenn nun auch noch Lehrer durch ungenügende Schutzmaßnahmen ausfallen würden, wäre dies eine weitere große Katastrophe in der Krise!“

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