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Wathlingen: Anja Schulz präsentiert Reformplan für die Rente

Anja Schulz - Bundestagskandidatin Celle/Uelzen

Wathlingen. „So wie es ist, kann es doch nicht weitergehen, oder?“ Diese Frage stellte der FDP Ortsverband der Bundestagskandidatin Anja Schulz bei einer Fragestunde zum Thema Entwicklung der Rente. Die 35-jährige FDP-Kandidatin für den Wahlkreis Celle Uelzen beantwortete diese Frage mit einem klaren Nein. „Wir werden es uns auf Dauer nicht leisten können, rund ein Viertel unseres Staatshaushaltes in die Renten stecken zu müssen.“, bilanzierte die aus einem Dorf bei Uelzen kommende Finanzexpertin.Verheerend sei nämlich: „Das Renten-Dilemma war absehbar. Wurden Renten in den 60ern noch für circa 10 Jahre bezogen, hat sich diese Zahl inzwischen verdoppelt, und während vor 60 Jahren noch sechs Arbeitnehmer für einen Rentner aufkamen, sind es heute nur noch zwei.

Wir werden immer älter

Medizinischem Fortschritt sei Dank, werden die Deutschen immer gesünder, immer älter. Gepaart mit der Entwicklung der demografischen Pyramide, stellt das unser Rentensystem jedoch vor die Pflicht zur Veränderung.“, erzählte Schulz.
Der Vorschlag zur Überarbeitung des Systems, den Schulz dem Ortsverband präsentierte, sieht dabei nicht die pauschale Erhöhung des Renteneintrittsalter vor. Eine angemessene Absicherung im Alter sei eine Frage von Anerkennung und Respekt gegenüber der im Leben erbrachten Leistung, versicherte Schulz. Was aber möglich sein müsse, wäre eine flexible Gestaltung des Renteneintrittsalters sowie eine Zuverdienstmöglichkeit ohne Abzüge, erklärte die Bundestagskandidatin den Anwesenden. Doch damit sei es nicht getan.

Teilhabe an wirtschaftlicher Entwicklung

„Private Vorsorge ist unabdingbar und dafür müssen die richtigen Anreize geschaffen werden, zum Beispiel durch Zuschüsse und Steuervorteile“. Aber auch für die gesetzliche Aktienrente kann sich die FDP-Kandidatin begeistern. Ein Modell, das es in dieser Form bereits im sozialdemokratisch regierten Schweden gibt. „Aktien, das klingt für viele immer erstmal nach Wallstreet und Zockerei, aber der Eindruck täuscht massiv“, so Schulz. Tatsächlich gehe es bei der Aktienrente um einen Fonds, den der Staat für seine Bürger auflege, um sie damit an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen. Geplant sei, dass ein kleiner Teil der derzeitigen Rentenversicherungsbeiträge, beispielsweise 2%- Punkte, auf diese Weise angelegt werden. Auf lange Sicht erwirtschafteten Fonds eine gute Rendite, dadurch könnten auch die Bedenken von Kursschwankungen genommen werden. Eine Methode, die in Skandinavien funktioniert und laut FDP ein wichtiger Baustein sei, um die Rente wieder demografieunabhängig zu machen.

Aber auch dies alleine würde nicht reichen. Auch die betriebliche Altersvorsorge müsse gestärkt werden, indem die Mitnahme der Ansprüche beim Arbeitnehmerwechsel einfacher geregelt werden.

Sicherer Baustein Wohneigentum

Zum Abschluss richtete Schulz das Augenmerk noch auf die private Vorsorge durch Wohneigentum. „Der sicherste Baustein der Altersvorsorge ist und bleibt das mietfreie Wohnen“. Deutschland sei im EU-Vergleich das Schlusslicht, wenn es um Wohneigentum ginge. Es müsse also darum gehen, den Menschen die Möglichkeit zu geben, genug Kapital zu erwirtschaften, um sich den Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung leisten zu können. „Schlecht möglich, wenn von jedem verdienten Euro im Schnitt wieder 53 Cent an den Staat gehen“, so Anja Schulz. Aber auch die Grunderwerbssteuer sei ein Hindernis auf dem Weg in die eigenen vier Wände und damit in die Sicherheit im Alter. Schulz Vorschlag dazu ist, einen Freibetrag für die Grunderwerbssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum von 500.000 Euro einzuführen.

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