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Druck auf Andersgläubige:
Politik vermeidet Diskussion

Die Cellesche-Zeitung berichtete am 16. Juni 2018:

 

CELLE. Wenn Kinder sich in religiösen Diffamierungen Andersgläubiger ergehen, reagieren Erwachsene entsetzt und auch ratlos. So war der Aufschrei groß, als im März bekannt wurde, dass an einer Berliner Grundschule eine jüdische Zweitklässlerin von einem muslimischen Mitschüler mit dem Tode bedroht worden war und an der gleichen Schule auf Whats-App ein Enthauptungsvideo des Islamischen Staates die Runde gemacht hatte.

In Celle nahm sich die FDP des Themas an. Die Liberalen wollten von der Verwaltung wissen, ob ähnliche Vorfälle auch an Celler Grundschulen bekannt seien. Die Abfrage bei den Bildungseinrichtungen ist jetzt im Schulausschuss vorgestellt worden. Ergebnis: Nur eine Schule berichtete über einen Vorfall.

An der Grundschule Heese-Süd hat demnach ein muslimischer Junge aus der ersten Klasse im vergangenen Jahr im Streit einigen Mitschülern gedroht. Zitat: „Ihr Christen seid Weihnachten alle tot.“ Die Schulleitung führte ein Gespräch mit der Mutter, die entsetzt reagiert habe. Außerdem käme es im Religionsunterricht „immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen ezidischen und muslimischen Kindern.“ Die anderen Schulen erläuterten vornehmlich, wie sie präventiv arbeiten, etwa auch im Religionsunterricht oder im Rahmen spezieller Programme und Aktionen wie Sozialtraining.

Die Ausschussmitglieder schwiegen, Nachfragen gab es nicht, auch keine Diskussion. Antragsteller Joachim Falkenhagen (FDP), selbst nicht Mitglied im Ausschuss, aber bei der Sitzung anwesend, meinte hinterher: „Ich hatte das Empfinden, dass hier nach dem Motto verfahren wurde, wir wollen nicht, dass es so etwas gibt, also gibt es das nicht. Ich würde mich freuen, wenn das der Realität entspricht, aber ich bin skeptisch, ob das alles so richtig ist.“ (gu)

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